Die Idee des Flowgames

Das Flowgame ist ein kleines Projekt, das es erleichtern soll auch alleine abwechselungsreich zu trainieren. Während des coronabedingten Lockdowns sollte man nicht auf ein einziges Trainingstool setzen. Zum Beispiel sind nur Zoom-Trainingeinheiten irgendwann auch nicht mehr zielführend.
Hier möchte ich viele unterschiedliche Spiele zusammenstellen, die dabei helfen Technik, Koordination und Reaktionszeit zu trainieren.
Vielleicht hilft es euch ja dabei spielerisch und mit Spaß fit zu bleiben, bis wir alle wieder zusammen trainieren können.
Die Idee hinter dem Flowgame ist es auf eine zufällige Ausgabe schnell zu reagieren. Also zum Beispiel eine traditionelle Technik oder ein Feld in das man steppen muss.
In der nächsten Zeit werde ich hier leider nicht dran weiter arbeiten können. Wenn ihr tolle Ideen habt, kann ich euch die entsprechenden Dateien aber gerne zukommen lassen, dann könnt ihr eure eigene Version bauen.

Gefallen euch die Spiele, habt ihr Verbesserungsvorschläge oder sogar Ideen für mehr?
Dann lasst es mich gerne wissen:
Hendrik@taekwondo-flowgame.de

Das traditionelle Flowgame

Beim diesem Flowgame werden zufällig traditionelle Taekwondo-Techniken ausgegeben.

Man kann sich das Spiel an seine Bedürfnisse anpassen, indem man z.B. den Gürtelgrad variiert oder die Art der Technik eingrenzt.
Neben Reaktionzeit und Technik kann man hier auch gut die Technikbezeichnung an sich lernen.
Ich habe auch versucht zu den Techniken eine deutsche bzw. englische Übersetzung zu finden, falls man mal nicht weiß was das koreanische bedeuten soll.
Seit kurzem gibt es auch die Möglichkeit erweiterte Einstellungen vorzunehmen und gezielt Techniken auszuwählen oder auszuschließen. Man kann nun auch eigene Techniken über das dafür vorgesehene Formular einfügen und so z.B. auch eigene Schreibweisen oder auch nicht-Taekwondo spezifische Aufgaben (z.B. eine Liegestütz fürs Krafttraining) dort einzubauen.
Die Techniken und deren Schreibweisen basieren zurzeit auf dem Technikkatalog der NTU. Den könnt ihr hier einsehen:
https://ntu.de/NTU-Organisation/Pruefungswesen/

Falls ihr euch fragt warum die Techniken anders geschrieben sind als ihr vielleicht sie kennt:
Bei der Romanisierung, also der Übersetzung vom Koreanischen in unser Schriftsystem, gibt es keine Einheitlichen regeln. Das Ziel war die Techniken so zu schreiben, dass beim Aussprechen auf natürliche Weise möglichst die richtige Aussprache entsteht. Es gibt jedoch unterschiedliche Vorstellungen davon wie man das Ziel erreicht und so entstehen kleinere Unterschiede, wie etwa:
Block: Makki, Makgi oder Maki
Hochteil: Olgul oder Eolgul

Manchmal gibt es auch einfach mehr als eine Bezeichnung für das gleiche Phänomen:
Pandae Dollyeo Chagi = Momdollyeo Huryeo Chagi

Mehr zum Thema Sprache und Bezeichnung von Techniken findet ihr im Abschnitt drunter.

Bezeichnung von Techniken

Sprache ist fließend und verändert sich ständig durch unterschiedliche Einflüsse. Deswegen muss man auch damit leben, dass nicht alle Bezeichnungen einheitlich sind oder genau passen.
Aber typischerweise geht die Bezeichnung der Techniken nach einem gleichbleibenden Muster oder "Baukastenprinzip" vor:
Körperteil + Körperregion/Ziel + Methode

Schauen wir uns das an Hand eines einfachen Beispiels an wird schnell deutlich wie das funktioniert:

Baggat Palmok Momtong An Makgi
bedeutet übersetzt:
Baggat Palmok -> Äußerer Teil des Unterarms
Momtong -> Mittelteil
An Makgi -> Ein Block der nach innen durchgeführt wird

Aus Gründen der Übersichtlichkeit und Verständlichkeit werden Techniken allerdings häufig verkürzt angegeben. So hat sich durchgesetzt, dass für den Oben genannten Block "Momtomng an Makgi" ausreichend ist und damit typischerweise die Version mit dem Unterarm gemeint ist und nicht die mit dem Handballen (Batangseon) oder der Handkante (Sonnal).

Warum eine exakte Sprache auch nicht immer sinnvoll ist und eine solche Verkürzung wichtig ist zeigt vielleicht ein anderes Beispiel:
Ein einfacher Fauststoß wird häufig so bezeichnet:
Jirugi
Jirugi bedeutet allerdings allgemein Stoß, d.h. wir müssen noch die Faust hinzuügen:
Jumeok Jirugi
Um eine genaue Anweisung zu geben müssen wir aber noch das Ziel angeben, z.B.:
Jumeok Momtong Jirugi
Aber jetzt weiß man doch genau was zu tun ist oder? Leider nicht, noch wissen wir nicht mit welcher Seite wir schlagen sollen. Da haben wir die Möglichkeiten zwischen rechts/links oder vorderes/hinteres Bein zu wählen. Nehmen wir rechts:
Oreun Jumeok Momtong Jirugi
Und wenn wir besonders kleinlich sind, dann müssten wir noch angeben aus welchem Stand wir das ganze machen. Jetzt würde das alles nochmal von vorne losgehen, aber ich überspringe mal die einzelnen Schritte:
Wen Ap Kubi Oreun Jumeok Momtong Jirugi
Und spätestens jetzt würden mich meine Sportler wie ein Pferd anstarren und keine Ahnung mehr haben, was ich meine.

Was ich damit sagen will?
Genauigkeit ist nicht alles. Wie Techniken bezeichnet werden und vor allem was darunter verstanden wird ist sehr stark davon abhängig wo ihr trainiert, denn am Ende gibt es keine Einheitliche Regelung und jeder Verband legt es etwas anders aus. Und die meisten Trainer betreiben diesen Sport ehrenamtlich und lernen die Bezeichnungen von den Trainern vor ihnen. So kann es schonmal vorkommen das es auch innerhalb eines Verbandes unterschiede gibt. So heißt es bei uns im Verein noch "Pandae Dollyeo Chagi" während die NTU es inzwischen offiziell "Momdollyeo Huryeo Chagi" nennen möchte. Manche Techniken werden auch einfach direkt auf deutsch benannt um unnötiges Vokabellernen zu verhindern und den Sport weniger zu einem Linguistikstudium zu machen.
Am Ende zählt eigentlich nur das man sich verständigen kann und weiß welche Technik gemeint ist.

Beim erstellen des Flowgames stand ich allerdings vor der Herausforderung Technikbezeichnungen zu nutzen, die auch von Leuten verstanden werden, die aus einem ganz anderen Verband/Verein kommen. Ich hoffe sehr, dass es trotzdem einigermaßen funktioniert und die optionale Übersetzung euch im Zweifel weiterhilft. In der Schreibweise habe ich mich bis auf ein paar Ausnahmen an der Niedersächsischen Taekwondo Union (NTU) orientiert:
https://ntu.de/NTU-Organisation/Pruefungswesen/

Tic-Tac-Toe Step-Spiel

Die Idee des Tic-Tac-Toe Spiel ist es das Steppen zu üben.
Die Fähigkeit sich schnell und präzise im Raum zu bewegen ist der Grundstein für jeden Taekwondo-Kampf. Keine Technik kann vernünftig eingesetzt werden, wenn man nicht die Distanz zu einem Gegner, der sich ja ebenfalls bewegt, beeinflussen kann.
Bei diesem Spiel ist vor allem die Kreativität gefragt, da man mit der gleichen Oberfläche so unterschiedliche Aufgaben verbinden kann. Z.B. nur mit einem Bein in das Feld, oder alles auf einem Bein machen oder eine spezielle Aufgabe im Feld erledigen.
Man kann den Feldern auch Tritte zuordnen oder sich das Feld mit einem Beamer auf seinen Boxsack/Dummy projezieren.
Diese Möglichkeiten machen das Spiel sehr abwechselungsreich und anpassbar für fast alle Trainingsziele.
Am besten legt man sich für dieses Spiel ein Tic-Tac-Toe Feld auf dem Boden aus, aber es funktioniert auch wunderbar ohne. Dafür eignet sich alles mögliche, z.B. Kabel, Schnüre oder Kleidungsstücke.

Wettkampf Flowgame

Dies ist ist im Prinzip das traditionelle Flowgame als Wettkampfversion.
Statt hier auch auf Technikbezeichnungen zu setzen, habe ich mich dazu entschlossen einen mehr grafischen Weg zu gehen.
Es gibt also mehrere kleine Symbole, die auftauchen können und angeben was zu tun ist:

Ziel: Entweder der Helm oder die Weste
Seite: Entweder von links, rechts oder von direkt von vorne
Drehung: Soll die Technik gedreht sein oder nicht?
Bein: soll mit dem linken oder rechten bzw. vorderen oder hinteren Bein getreten werden?

Am besten funktioniert es vermutlich in Kombination mit einem Ziel, dass man auch treten kann. Aber auch ohne einen Dummy oder Boxsack können die Techniken einfach in die Luft getreten werden.

Über mich

Mein Name ist Hendrik.
Ich bin Sportwissenschaftler und seit vielen Jahren als Taekwondo-Sportler und -Trainer im VFL-Lintorf aktiv.

Die Idee kam mir, als ich im Januar eine Zoom-Einheit geplant habe und es war die perfekte Möglichkeit für mich mir endlich mal Javascript, HTML und CSS beizubringen. Bis jetzt hatte ich sehr viel Spaß mit dem Projekt und freue mich, falls ihr genauso viel Spaß beim Nutzen der Spiele habt.

Bei Fragen, Anmerkungen oder Wünschen:
Hendrik@taekwondo-flowgame.de